Der Ramadan verändert den Lebensrhythmus der Patienten grundlegend: verschobene Essenszeiten, langes Fasten, Medikamenteneinnahme muss neu organisiert werden. SOS Nursing passt seine Protokolle an, um jeden Patienten sicher zu begleiten.
Der Ramadan verändert den Lebensrhythmus grundlegend: verschobene Essenszeiten, ein langer Tag ohne Essen und Trinken und ein umgestellter Schlafrhythmus.
Der Ramadan und die Gesundheit chronisch Kranker
Der Ramadan verändert den Lebensrhythmus grundlegend: verschobene Essenszeiten, ein langer Tag ohne Essen und Trinken und ein umgestellter Schlafrhythmus. Für gesunde Erwachsene ist das Fasten in der Regel unproblematisch, doch bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, Herz- oder Niereninsuffizienz steigt das Risiko für Komplikationen spürbar. In Marrakesch fällt der Ramadan in manchen Jahren mit großer Sommerhitze zusammen, was die Belastung durch den Flüssigkeitsverzicht zusätzlich verstärkt. SOS Nursing passt seine Pflegeprotokolle an den heiligen Monat an, um jeden Patienten sicher und mit Respekt für seine religiösen Überzeugungen zu begleiten.
Medikamente und Behandlungen anpassen
Manche Medikamente müssen mit einer Mahlzeit eingenommen werden, andere zu festen Tageszeiten oder in regelmäßigen Abständen. Die Pflegekraft koordiniert mit dem behandelnden Arzt, um den Therapieplan rund um Suhoor (Mahlzeit vor Tagesanbruch) und Iftar (Fastenbrechen am Abend) neu zu organisieren, ohne die Wirksamkeit der Behandlung zu gefährden. Bei zweimal täglich einzunehmenden Medikamenten lässt sich der Rhythmus häufig auf Iftar und Suhoor verteilen; manche Wirkstoffe gibt es zudem in retardierter Form, die nur einmal täglich eingenommen werden muss. Wichtig ist, keine Dosis eigenmächtig wegzulassen, sondern jede Änderung mit dem Arzt abzustimmen.
Diabetiker während des Fastens sicher begleiten
Das Fasten stellt für Diabetiker ein besonderes Risiko dar: Tagsüber drohen Unterzuckerungen (Hypoglykämien), nach dem oft reichhaltigen Iftar dagegen starke Blutzuckeranstiege. Die Pflegekraft führt regelmäßige kapillare Blutzuckerkontrollen durch, besonders am Vormittag, am späten Nachmittag vor dem Iftar und nach dem Fastenbrechen. Sie passt die Insulindosen ausschließlich nach Anweisung des Arztes an und schult den Patienten darin, Warnzeichen wie Zittern, Schwitzen, Schwindel oder Verwirrtheit zu erkennen. Tritt eine schwere Unterzuckerung auf, muss das Fasten sofort gebrochen werden — das ist medizinisch und religiös ausdrücklich erlaubt.
Bluthochdruck, Herz- und Niereninsuffizienz im Ramadan
Bei Bluthochdruck kann der veränderte Tagesrhythmus die Blutdruckeinstellung durcheinanderbringen, weshalb regelmäßige Kontrollen wichtig bleiben. Patienten mit Herzinsuffizienz, die entwässernde Medikamente einnehmen, sind durch den Flüssigkeitsverzicht besonders gefährdet, da Austrocknung und Elektrolytstörungen drohen. Bei chronischer Niereninsuffizienz erhöht das lange Fasten das Risiko einer Verschlechterung der Nierenfunktion. Die Pflegekraft von SOS Nursing überwacht Vitalzeichen, Gewicht und Anzeichen einer Über- oder Unterwässerung und informiert den Arzt frühzeitig, damit Therapie oder Fastenentscheidung angepasst werden können.
Flüssigkeitszufuhr und Ernährung bei Suhoor und Iftar
Da tagsüber nicht getrunken werden darf, muss die gesamte Flüssigkeitszufuhr zwischen Iftar und Suhoor erfolgen. Empfehlenswert sind über den Abend verteilt mehrere Gläser Wasser statt großer Mengen auf einmal sowie wasserreiche Lebensmittel wie Suppe (Harira), Obst und Joghurt. Das Fastenbrechen sollte mit leicht verdaulichen Speisen beginnen, gefolgt von einer ausgewogenen Mahlzeit; ein zu fett- und zuckerreiches Iftar belastet Kreislauf und Blutzucker. Beim Suhoor helfen langsam verdauliche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Eiweiß und Hülsenfrüchte, den Energie- und Flüssigkeitshaushalt über den Tag stabil zu halten.
Injektionen, Infusionen und Fasten
Eine häufige Frage betrifft die Vereinbarkeit von Behandlungen mit dem Fasten. Nach mehrheitlicher Auffassung der Religionsgelehrten brechen intravenöse Infusionen, intramuskuläre und subkutane Injektionen — etwa Insulin oder Antikoagulanzien — sowie Blutentnahmen das Fasten nicht, da sie nicht der Ernährung dienen. Die Pflegekraft kann diese Maßnahmen daher grundsätzlich auch tagsüber durchführen. Bei rein nährenden Infusionen (parenterale Ernährung) oder wenn der Patient unsicher ist, empfehlen wir, die Behandlung in Absprache mit dem Arzt und gegebenenfalls einem Religionsgelehrten auf die Nacht zu verlegen.
Angepasste Besuchszeiten
Während des Ramadan bietet SOS Nursing angepasste Besuchszeiten an, die sich am veränderten Tagesablauf orientieren: früh am Morgen vor dem Suhoor, am späten Nachmittag kurz vor dem Iftar oder am späteren Abend nach dem Fastenbrechen. So lassen sich Behandlungen, Injektionen und Kontrollen in die wachen und aktiven Phasen des Tages legen, ohne den Fastenden unnötig zu belasten. Unser Koordinationsteam plant die Termine flexibel und berücksichtigt die individuellen Wünsche der Familie. Notfälle bleiben dabei rund um die Uhr abgedeckt, auch in den Ramadan-Nächten.
Wann vom Fasten abgeraten wird
Der Islam befreit Kranke ausdrücklich von der Fastenpflicht, wenn das Fasten ihre Gesundheit gefährden würde. Vom Fasten wird in der Regel abgeraten bei insulinpflichtigem oder schlecht eingestelltem Diabetes, fortgeschrittener Nieren- oder Herzinsuffizienz, akuten Infektionen sowie bei Patienten mit wiederholten schweren Unterzuckerungen. Die Entscheidung trifft stets der Patient gemeinsam mit seinem Arzt; die Pflegekraft liefert dafür wichtige Beobachtungen und Messwerte. SOS Nursing respektiert jede persönliche Entscheidung und richtet die Betreuung entsprechend aus — ob gefastet wird oder nicht.



