Jeden Sommer ist Marrakesch intensiven Hitzewellen ausgesetzt. Ältere Menschen, oft isoliert, sind besonders anfällig für Dehydratation und Hitzschlag. SOS Nursing mobilisiert seine Pflegekräfte für präventive Hausbesuche.
Mit dem Alter verliert der Körper einen Teil seiner Fähigkeit, die Temperatur zu regulieren: Das Durstgefühl lässt nach, die Schweißproduktion sinkt und die Nieren konzen…
Warum Senioren bei Hitze besonders gefährdet sind
Mit dem Alter verliert der Körper einen Teil seiner Fähigkeit, die Temperatur zu regulieren: Das Durstgefühl lässt nach, die Schweißproduktion sinkt und die Nieren konzentrieren den Urin weniger gut. Viele Senioren in Marrakesch leben zudem allein in traditionellen Häusern oder Wohnungen ohne Klimaanlage, was die Hitzebelastung über den Tag hinweg verstärkt. Hinzu kommt, dass chronische Erkrankungen wie Herzinsuffizienz, Diabetes oder Niereninsuffizienz die Anfälligkeit deutlich erhöhen. Aus diesen Gründen treten die meisten hitzebedingten Komplikationen bei Menschen über 70 Jahren auf, häufig schon innerhalb der ersten 48 Stunden einer Hitzewelle.
Dehydratation und Hitzschlag rechtzeitig erkennen
Bei älteren Menschen kann eine Dehydratation innerhalb weniger Stunden eintreten, oft ohne dass die betroffene Person Durst verspürt. Erste Warnsignale sind Verwirrtheit, ungewöhnliche Müdigkeit, trockene Haut und Schleimhäute, niedriger Blutdruck und eine deutlich verminderte Urinausscheidung. Verschärft sich die Lage zum Hitzschlag, steigt die Körpertemperatur über 39 °C, die Haut wird heiß und trocken, und es kommt zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Herzrasen und schließlich zu Bewusstseinsstörungen. Ein Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall: Ohne schnelles Eingreifen kann er tödlich verlaufen oder bleibende Organschäden hinterlassen.
Vorbeugende Maßnahmen im Alltag
Die wichtigste Maßnahme ist eine regelmäßige Flüssigkeitszufuhr: mindestens 1,5 Liter Wasser pro Tag, in kleinen Schlucken über den ganzen Tag verteilt, auch ohne Durstgefühl. Während der heißesten Stunden zwischen 12 und 17 Uhr sollten Fensterläden und Vorhänge geschlossen bleiben, körperliche Anstrengung vermieden und leichte Baumwollkleidung getragen werden. Ein feuchtes Tuch im Nacken, ein Wassersprühnebel auf Gesicht und Unterarmen sowie kühle Fußbäder helfen, die Körpertemperatur zu senken. Die Pflegekraft zu Hause überprüft bei jedem Besuch die Flüssigkeitszufuhr, misst den Blutdruck und passt in Abstimmung mit dem Arzt bei Bedarf die Behandlung an.
Die Wohnung hitzesicher gestalten
Ein kühles Zuhause ist der beste Schutz vor einer Hitzewelle. Lüften Sie früh am Morgen und spät am Abend, wenn die Außenluft kühler ist, und halten Sie tagsüber Fenster und Läden geschlossen. Ein Ventilator hilft nur in Kombination mit ausreichender Flüssigkeitszufuhr; bei über 35 °C kühlt er die Haut nicht mehr wirksam und kann sogar austrocknend wirken. Mindestens ein Raum sollte als kühler Rückzugsort dienen, idealerweise auf der Nordseite oder im Erdgeschoss des Hauses. In Marrakesch bieten auch klimatisierte öffentliche Orte wie Einkaufszentren tagsüber eine willkommene Abkühlung.
Vorsicht bei Medikamenten und chronischen Erkrankungen
Mehrere häufig verschriebene Medikamente erhöhen das Risiko bei Hitze. Entwässernde Mittel (Diuretika) verstärken den Flüssigkeitsverlust, bestimmte Blutdruck- und Psychopharmaka beeinträchtigen die Temperaturregulation, und einige Diabetesmedikamente erfordern bei verändertem Trinkverhalten eine Anpassung. Setzen Sie niemals eigenmächtig ein Medikament ab — sprechen Sie stattdessen mit dem behandelnden Arzt oder unserem Koordinationsteam. Die Pflegekraft von SOS Nursing überprüft die laufende Medikation, achtet auf Wechselwirkungen mit der Hitze und meldet jede Auffälligkeit dem verschreibenden Arzt zur Dosisanpassung.
Richtige Ernährung an heißen Tagen
Neben dem Trinken liefert auch die Ernährung wichtige Flüssigkeit und Mineralstoffe. Wasserreiche Lebensmittel wie Wassermelone, Gurke, Tomate, Orange und Joghurt unterstützen die Flüssigkeitszufuhr und gleichen den Verlust von Salzen durch das Schwitzen aus. Bevorzugen Sie leichte, kühle Mahlzeiten in kleineren Portionen statt schwerer, warmer Gerichte, die den Kreislauf zusätzlich belasten. Auf Alkohol sowie auf zu viel Kaffee und stark gezuckerte Getränke sollte verzichtet werden, da sie dem Körper Wasser entziehen. Die Pflegekraft kann gemeinsam mit der Familie auf eine angepasste Ernährung achten und bei Appetitlosigkeit frühzeitig gegensteuern.
Unser Einsatz: verstärkte Überwachung im Sommer
Während offizieller Hitzeperioden bietet SOS Nursing verstärkte Überwachungsbesuche an, sieben Tage die Woche. Bei jedem Besuch beurteilt die Pflegekraft den Allgemeinzustand, kontrolliert die Vitalzeichen (Temperatur, Blutdruck, Herzfrequenz), prüft Anzeichen einer Dehydratation und stellt sicher, dass ausreichend getrunken wird. Verschlechtert sich der Zustand, benachrichtigt sie umgehend den behandelnden Arzt und leitet bei Bedarf weitere Schritte ein. Für die am stärksten gefährdeten Patienten ist eine tägliche oder sogar zweimal tägliche Nachsorge möglich, die unser Koordinationsteam individuell plant.
Für Familien im Ausland: aus der Ferne beruhigt sein
Viele unserer Kundinnen und Kunden leben im Ausland und sorgen sich um einen älteren Angehörigen in Marrakesch. SOS Nursing übermittelt nach jedem Besuch einen kurzen Bericht über WhatsApp, sodass die Familie den Zustand zeitnah verfolgen kann. So wissen Sie, ob Ihr Vater oder Ihre Mutter genug getrunken hat, wie der Blutdruck war und ob ärztliches Handeln nötig ist. Bei einer plötzlichen Verschlechterung ist unser Koordinationsteam rund um die Uhr über WhatsApp erreichbar und kann kurzfristig eine Pflegekraft entsenden oder bei einem echten Notfall den öffentlichen Rettungsdienst SAMU (141) einschalten.



